Gewerbesteuer nicht an Kosten, nur am Gewinn orientieren
Krisenverschärfende Substanzbesteuerung rasch beenden
WTS hofft auf Einlenken von Bundesfinanzminister Schäuble bis zum 9. DezemberMünchen, 19. November 2010 – Nicht die Kosten, sondern allein der Gewinn darf Basis für die Berechnung der Gewerbesteuer sein. Das fordert der Vorstandsvorsitzende des WTS World Tax Service Fritz Esterer. Vor dem Hintergrund einer Sitzung des Koalitionsausschusses im Bundeskanzleramt begrüßte er ein mögliches Einlenken von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zur Gewerbesteuer: „Die Krise hat gezeigt, wie existenzbedrohend die aktuelle Regelung sein kann, wenn nicht nur der Ertrag eines Unternehmens zur Berechnung der Gewerbesteuer herangezogen wird, sondern auch Kosten, die angeblich etwas über die Leistungskraft eines Unternehmens aussagen.“ Dies führe dazu, dass derzeit auch fiktive Finanzierungsanteile aus Entgelten für Fremdkapital, Miete, Lizenzen und anderen Kosten in gewissem Umfang dem Gewinn hinzugerechnet werden. In der Folge muss ein Unternehmen, das rote Zahlen schreibt, unter Umständen trotzdem Gewerbesteuer zahlen.
„So etwas ergibt keinen Sinn und ist extrem krisenverschärfend. Wir müssen in diesem Land, das mit der Gewerbesteuer einen internationalen Sonderweg beschreitet, endlich weg von dieser Substanzbesteuerung“, so Steuerexperte weiter. Esterer, seit mehr als einem Jahr an der Spitze der WTS, einer der größten Steuerberatungsgesellschaften Deutschlands, und zuvor langjähriger Konzernsteuerchef von Siemens, vertritt die Interessen seiner international agierenden Mandanten. Er freute sich am Donnerstag über die Nachricht, dass sich die Regierungskoalition dem Drängen der FDP nun offenbar nachgeben könnte, die systemwidrigen Komponenten der Substanzbesteuerung bei der Gewerbesteuer abzuschaffen.
Wie das „Handelsblatt“ berichtete, habe sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Streit um die Steuerpolitik kompromissbereit gezeigt und wolle einer Reihe von Forderungen der Union und der FDP nachkommen. Der Koalitionsausschuss am Donnerstag brachte jedoch keine Ergebnisse. Nun soll am 9. Dezember weiter beraten werden.
Die Nachrichtenagentur dapd berichtete unter Berufung auf Regierungsvertreter, dass die Ausweitung der Gewerbesteuer auf Pachten, Zinsen und Mieten möglicherweise wieder rückgängig gemacht werden soll. Dadurch könne die Wirtschaft um etwa 1,2 Milliarden Euro pro Jahr entlastet werden.
Der Vorstandsvorsitzende der WTS Gruppe betont, dass deutsche Unternehmen nicht vorrangig an einer Abschaffung der Gewerbesteuer interessiert seien, sondern an einem Ersatz der Gewerbesteuer im Rahmen einer Strukturreform, die „mehr Gerechtigkeit, mehr Planbarkeit und mehr Stabilität in die kommunale Finanzierung bringen soll." Das Band zwischen Wirtschaft und Gemeinden müsse gestärkt werden. „Dies ist noch wichtiger als bloße steuerliche Entlastungen“, so Fritz Esterer.
Lesen Sie dazu auch das vollständige Hintergrund-Interview mit Fritz Esterer.
Pressefotos und –materialien
Fritz Esterer, Vorstandsvorsitzender des WTS World Tax Service

