Kunstausstellung: 06. Juli - 05. September 2010
Sven Meyer in "Kunst am Isartor"
"Ich denke, also male ich." / Collagen bereichern medientheoretischen DiskursMünchen, 06.07.2010 - Mit den Werken des Malers Sven Meyer öffnet die WTS, eine der größten Steuerberatungsgesellschaften Deutschlands, erneut ihre Türen für alle Münchner. Die nunmehr dritte Ausstellungsreihe von "Kunst am Isartor" setzt sich in Collagen mit Massenmedien und politischem Zeitgeschehen in einem Zeitalter ständiger Reproduzierbarkeit auseinander. („Kunst am Isartor“, Thomas-Wimmer-Ring 1, Mi-Fr 15-19 Uhr).
Auf den ersten Blick wirken die Werke von Sven Meyer wie surrealistische Traumwelten. In Wahrheit aber lautet sein Motiv: "Ich denke, also male ich." Denn seine Bilder sind höchst theoretische und komplexe Konzeptualisierungen. Der studierte Kommunikationswissenschaftler und Autodidakt Sven Meyer ist bereits seit über 20 Jahren künstlerisch tätig und setzt sich mit den Themen Massenmedien, politisches Zeitgeschehen und der sinnflutartigen Überinformation im Zeitalter der ständigen Reproduzierbarkeit auseinander.
In seinen komplexen Collagen verbindet Meyer vorgefundene Bilder mit Zeichnung und Malerei zu Allegorien auf gesellschaftspolitische und mediale Ereignisse. Sven Meyer hinterfragt die Beeinflussung durch virtuelle Systeme und stimmt nachdenklich: Inwieweit bildet sich der Mensch eine eigene und freie Meinung oder lässt er sich bloß lenken? Warum lassen wir Paparazzi Fotos von irgendwelchen angeblichen Prominenten die gleiche Bedeutung zuteil werden, wie lebensbedrohlichen Vorfällen in Kernkraftwerken?
Sven Meyer verwebt seine Arbeiten zu einer Bildlektüre aus Nachrichten, Boulevardinformationen und Filmsequenzen bis zur Einbeziehung christlicher Ikonografie.
Es kann leicht passieren, dass man sich vor seinen vielschichtigen Bildern mit universellen Fragestellungen konfrontiert sieht, und zu Recht können diese in einer globalisierten Welt nicht beantwortet werden. Aber - und das ist das Anliegen Sven Meyers - kann und muss jeder seine selbstgeschaffene Lebenswelt immer wieder aufs Neue kritisch hinterfragen.
"Die noch junge Reihe ‚Kunst am Isartor‘ zeigt vier Ausstellungen im Jahr. Dabei wird das Spektrum von Fotografie über Malerei bis zur Skulptur reichen“, erläutert Kuratorin Dr. Annika Schoemann. „Wir wollen vor allem jungen Künstlern aus dem Raum München eine spannende Plattform bieten. Wichtig war uns in der Konzeption, dass sich das Haus für alle Münchner öffnet. Ich habe in der WTS eine Unternehmenskultur der Offenheit vorgefunden, die einen idealen Nährboden für Kultur darstellt“, so Schoemann. „Auch wenn Steuerberater und Künstler nicht auf Anhieb große Gemeinsamkeiten haben, so war bereits in den ersten Wochen zu spüren: Die Wirtschaft wird durch Inspiration aus der Welt der Kunst bereichert – und umgekehrt. Kultur erzeugt Kommunikation und Diskussion, Offenheit und Kreativität.“
